Freitag, 29.08.2014

18:30 Uhr: Eine Gruppe an SDAJlern macht sich zu Fuß auf durch Hamburg P1000364 - Kopieum Asklepios für seine schlechten Ausbildungsbedingungen zu outen. Seit der Gesundheitskonzern die städtischen Krankenhäuser übernommen hat, sind die Kliniken vor allem für eingeplanten Personalmangel und Einsparungen an allen Ecken und Enden bekannt. Viele Beschäftigte werden über konzerneigene Leiharbeitsfirmen angestellt und erhalten nicht die regulären Tariflöhne. Mit dabei: ein drei-Meter großes Holzgestell mit Transpi, auf dem das Asklepioslogo abgewandelt -Gemeinsam für Profit- zu sehen ist. Bereits unterwegs ernten wir neugierige und zustimmende Blicke.

19:20 Uhr: Mit einiger Verspätung kommen wir im Zentrum von Hamburg-Altona an. Der neue Ikea direkt neben uns. Schnell starten wir mit dem Aufbau unserer Requisiten: Das Mega-Schild aufstellen, ein Transpi mit dem Spruch „Eine gute Ausbildung in der Pflege braucht…“ am Bauzaun befestigen, Flyer rauskramen. Die Polizei ist auch schon da, schaut, dass auch alles mit rechten Dingen zugeht und lässt bevor sie wieder abzieht noch einen flotten Spruch über Asklepios fallen. Aha, deren Assoziation mit dem Krankenhausbetrieb ist also auch nicht unbedingt positiv.

P100036519:30 Uhr: Kaum hängt das Transpi, kommen schon die ersten Passanten auf uns zu und möchten ihren Unmut über Asklepios loswerden. Sie sind auch die ersten, die bei unserer Aktion mitmachen und den Satz auf dem Transparent auf einer Tafel vervollständigen und sich davor ablichten lassen.

Das Eis ist gebrochen. Von nun an kommt kein Passant an unserer Aktion vorbei. Alle gucken interessiert, was da vor sich geht, viele bleiben stehen und diskutieren mit uns über die Arbeitsbedingungen in der Pflege. Beinahe alle haben einen Bezug zu Asklepios. Kein Wunder, ist der Großkonzern doch auch der größte Arbeitgeber im Gesundheitswesen in Hamburg. Hinzu kommt, dass Asklepios gerade in den letzten Tagen für Schlagzeilen gesorgt hat. Gerade in der Altonaer Klinik gab es in der letzten Zeit eine Flut von Überlastungsanzeigen.

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20:30 Uhr: Das Licht ist weg, wir sind erschöpft. Eine Stunde mit Passanten sprechen, Fotografieren. Das Resultat: 23 Fotos mit Statements zu den Ausbildungsbedingungen. Das Alter lag etwa zwischen 6-65 Jahren. Mal mit schwarzen Balken über den Augen, mal ohne. Aber alle haben was zu sagen!!

Wir packen zusammen und ziehen wieder los durch die Stadt. Das hat sich richtig gelohnt. Die Passanten fordern uns auf, weiter so zu machen. Und das werden wir, denn wie ein Befragter schrieb: „Eine gute Ausbildung in der Pflege braucht Menschen die für sie kämpfen!“